Kindheit

Kindheit

VOID 055 – Garage in der Behnsenstraße

 

Die Leerstelle, die ich ausgewählt habe, befindet sich an der Behnsenstraße 3 in Hannover. Es ist eine Garage mit 45 m2 Fläche und der Besitzer ist eine Privatperson. Diese Garage grenzt rechts direkt an eine Brandwand und auf der linke Seite befindet sich der Übergang zum Hof und Garten. Das heißt, es besteht genügend Platz zu den Wohngebäuden dahinter und links. Der Bereich besteht aus vielen Arten von Gebäuden; in der Regel sind das vier- und fünfgeschossige Gebäude, Hallen und verschiedene Betriebe (auch industrielle Unternehmen). Die Standortvorteile der Baulücke liegen in der Anbindung an das Zentrum sowie in der Nähe zur grünen Fläche, Lindener Sportverein, Humboldtschule und auch Klinikum. Das Gebiet – Linden-Süd – ist durch eine starke industrielle Entwicklung geprägt, aber auch ein heterogener Bereich mit durchmischten Strukturen aus Gewerbe- und Wohngebieten. Im Westen beginnt sich die Struktur zu verändern und man sieht dort erstmal Gewerbegebiet und danach kleine Wohnhäuser. Der Südwestlich der Kernstadt gelegene Stadtteil Linden-Süd zählt etwa 9.300 Einwohner und gehört zum Stadtteil Linden-Limmer. Wie die anderen Stadtteile des Stadtbezirkes ist Linden-Süd ein multikulturelles und studentisches Wohnviertel, allerdings leben hier wenige Studenten, die soziale Lage ist insgesamt schlechter und es wurden in der Nachkriegszeit mehr Abrisse und Umwälzungen vorgenommen. Vom Luftbild erkennt man gleich die Strukturblöcke und dabei gibt es eine klare Differenzierung von öffentlichen Straßen- und Platzräumen und den eher privaten Höfen innerhalb der Blöcke mit wohnungsnahen Spielflächen und Garagen.

 

Wenn man genau vor der Garage steht, muss man sich gleich an die Kindheit erinnern. In der Umgebung spielen Kinder und verbringen viel Zeit auf dem Dach der Garage, die von der hinteren Seite mit grünen Flächen verbunden ist. Die Figur, welche entstanden ist, soll mehr abstrakt sein. Es könnte ein Vorschlag sein, der trotz seiner Radikalität noch Platz für Grünflächen, die unvermeidlichen Garagen-Parkplätze oder für Fußgängerverkehr bietet: man hat diese Architektur einfach neben die Feuermauer geklemmt. Wie ein paar Legosteine erstellt sich der unregelmäßige, in vier Teile geteilte Körper in beliebiger Höhe an der Wand mit der Verbindung zum Dach. Man hat auf den immer größer werdenden Mangel an Büroflächen reagiert. Dort sollte die neue Co-Working-Space erstellt werden, nicht nur für Studenten, sondern auch eine Möglichkeit für Kinder z.B. Hilfe bei den Hausaufgaben zu bekommen. Jeder Bauklotz könnte eine andere Aufteilung und Nutzung kriegen. Der Vorschlag versteht sich auch als Methode zur Erzielung interessanter städtischer Situationen, ohne den Zugang zu dem hinter den Häusern und Garage liegenden Hofraum zu versperren. Die Straßenfassade könnte ein dynamisches Volumen aus Polycarbonat oder Glas sein. Die Erschließung erfolgt durch eine Stiege entlang der Garage.

 

Ideengeberin: Aleksandra

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