Wir denken weiträumig. Und entwickeln Strategien aus den Ideen der Menschen vor Ort.

 

#1 | Der Calenberger Ring | Till Halfmann

Unser heutiges Stadtbild ist in vielen Städten lückenhaft. An den Rändern verschiedener städtebaulicher Konzepte entstehen Leerräume, die sich, wegen ihrer Unvollständigkeit in Verbindung mit ihren unterschiedlichen Raumressourcen als Möglichkeitsräume entpuppen. Sie bieten Potentiale für zukünftige temporäre Nutzungen und können so flexibel auf den Nutzungsdruck in dicht bebauten Städten reagieren. Diese Möglichkeiten werden oft von lokalen Initiativen aufgegriffen. So funktionieren sie als Initiatoren für die zivilgesellschaftliche Gestaltung der direkten gelebten Umwelt. Wie kann eine Entwicklung dieser Möglichkeitsräume aussehen und wie können sie in ein bestehendes Freiraumsystem eingegliedert werden? Und in welche Rolle schlüpfen dabei PlanerInnen? Diese Fragen sollen anhand des Stadtteils Calenberger Neustadt untersucht werden.

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Im ersten Schritt werden eine klassische räumliche Analysemethoden angewendet, um herauszufinden wie das Freiraumsystem der Calenberger Neustadt aussieht und welche Qualitäten und Schwächen es hat. 

Anhand einer gerichteten Analyse werden Möglichkeitsräume, StadtteilakteurInnen und zivilgesellschaftliche Aneignungen kartiert und mit den klassischen Analysen verknüpft. So können Potentialräume definiert werden, an denen Möglichkeitsräume in das Freiraumsystem integriert werden. 

Mit der Erarbeitung eines Leitbildes werden anschließend räumliche Eingriffe zur Verbesserung der Mobilität und der Aufenthaltsqualität vorgeschlagen. Die Freiräume werden in Quartiers- und Bewegungsräume unterteilt und noch einmal genauer betrachtet. 

Im Detailräumlichen Konzept wird ein Leitbild für die Entwicklung der Möglichkeitsräume des Uferweges erarbeitet. Die durchgeführten Analysen zeigen das Potential, anhand des Engagements der ansässigen AkteurInnen und der Dichte der Möglichkeitsräume und Aneignungen, diese zu fördern. Auch der Goetheplatz wird hier in die Planung mit einbezogen. Im Anschluss werden erste Nutzungen, abgeleitet aus den Aneignungen und räumlichen Bedürfnissen, für die Möglichkeitsräume vorgeschlagen.

 

 

#2 | Die bunte Naht. Drei Stadtteile im Norden Hannovers durch Aktivität vernäht | Tim Andlauer

Aktuelle Bewegungen zeigen, dass bei der Bevölkerung immer häufiger der Wunsch aufkommt, ihre geplante urbane Umwelt mitzugestalten. Nachbarschaften organisieren sich, um gemeinsam ihren Stadtteil zu feiern. Demgegenüber werden manche öffentlichen Freiräume von der Bevölkerung nicht angenommen und kaum genutzt. Top-Down Verfahren stoßen bei der Bevölkerung schnell auf Widerstand, besonders wenn die Veränderungen tiefgreifend sind. Zudem hat die Stadt vielerorts nicht die Ressourcen, die für ein Quartier benötigten Freiräume angemessen zu pflegen. Reine Bottom-Up-Verfahren haben wiederum nicht den Blick für das räumliche Ganze und die dabei entstehenden Strukturen sind tendenziell nicht dauerhaft.

 

Diese Arbeit geht der Frage nach, wie bei der Entwicklung urbaner Räume die Energie der lokalen Bevölkerung genutzt werden kann, ohne dabei in reine Top-Down oder Bottom-Up-Verfahren zu verfallen. Die Fragestellung wird anhand der Entwicklung eines Leitbildes für die Stadtteile Vahrenwald, Hainholz und Nordstadt untersucht.

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Aus einer demographischen und räumlichen Analyse ergibt sich zunächst eine übergeordnete Freiraumordnung, die verschiedenste VOIDS (Potenzialflächen) strukturiert. Das Leitbild „Die Bunte Naht“ entwickelt auf drei Ebenen eine räumliche Aktivierung der VOIDS in den jeweiligen Stadtteilen durch die lokalen Akteur*innen.

Die übergeordnete Vision bildet die Aneignung der Brachen entlang der Bahntrasse, die in Zukunft als Naht zwischen den Quartieren eine besondere Bedeutung erlangen soll. Im Rahmen einer vertieften Bearbeitung der bunten Naht werden individuelle Leitbilder sowie erste räumliche Konzepte und Handlungsempfehlungen für die einzelnen Potenzialflächen entwickelt. Dabei werden Themen vorgeschlagen und eine grobe zeitliche Entwicklung skizziert. Die konkreten Themen sollen sich jedoch durch lokale Initiativen ergeben und erst im Anschluss formal gefestigt werden.