NORDSTADTBILD

VOID 085 – Baulücke am Engelbosteler Damm

Was wäre, wenn Schule kein geschlossener Komplex wäre, sondern ein Ort zum Austausch? Was wäre, wenn es ein Ort für einen ganzen Stadtteil ist?

NORDSTADTBILD ist ein Modellvorschlag der sich mit der zentralen Frage auseinander setzt, wie Schule sein sollte und inwieweit Architektur im starken Zusammenhang mit dieser Entwicklung stehen kann. Ein zentraler Punkt dieser Thematik ist, dass Schule momentan sowohl räumlich als auch zeitlich stark begrenzt wird. Der Zugang ist nur für Schüler und Lehrer zu bestimmten Zeiten möglich. Unterricht findet in geschlossenen, monotonen Räumen statt.

Nach dem Vorbild des Fun Palace (Cedric Price) entwickelt „Nordstadtbildung“ ein Gegenkonzept zu den vorher genannten Aspekten. Fun Palace ist ein Experiment, verschiedene Ebenen mit verschiedenen Nutzungen zu sammeln. Übersetzt in den Kontext der Schule heißt das, dass verschiedenste Funktionen des Lernens und des Austauschs in einen größeren Zusammenhang mit dem Stadtteil gesehen werden sollten. Der lokale Kontext ist der Ausgangspunkt bildungsorientierte Stadtentwicklung neu zu interpretieren. Das Konzept NORDSTADTBILD sieht als Akteure nicht nur die Schulkinder sondern auch Anwohnende als Mitgestalter ihres Quartiers, die im Modell ihr Wissen und ihre Kompetenzen einbringen können. Die Neuinterpretation positioniert sich deswegen zwischen dem Pausenhof der Lutherschule und dem E-Damm, als neues zentrales Bindeglied zwischen Bildungseinrichtung und Stadt. Durch den Gerüstartigen Aufbau, entsteht eine semidurchlässige Form, welche zwar den Raum der Schule definiert, trotzdem aber im Dialog mit dem angrenzendem E-Damm steht. Das zwischen den Fassaden aufgehängte Gerüst ermöglicht es, verschiedene Räume offener und auch geschlossener Art zu bilden. Durch diese strukturelle Veränderung weitet sich der Begriff Schule auf. Schule als Quartiermittelpunkt, indem Bildung erlebbar, spielerisch zugänglich ist.

Was wäre, wenn wir täglich IN & VON unserem Quartier lernen?

Der E-Damm ist ein multikultureller Stadtteil in Hannover. Es ist ein zentraler Ort, wo verschiedene Bildungseinrichtungen aneinandergrenzen, sich aber bisher vom Quartier abgrenzen. Bildung sollte über die Grenzen des monotonen Schulgebäudes hinaus gehen. Zielführend ist das Konzept hinsichtlich einer offenen Lernumgebung, in der die persönliche und gemeinschaftliche Entwicklung außerhalb von starren Einrichtungen ermöglicht werden kann. Thema: LERNEN IM ALLTAG – „Nordstadtbildung“ generiert einen Mehrwert ohne Öffnungszeiten und Konsum – der Schulhof wird zum öffentlichen Quartiermittelpunkt als Lernumgebung mit Kreativ-, und Themenräumen zum Austausch von Wissen und Kultur. Es entstehen individuelle Lernzonen mit Raum für Integration und Förderung. Die Lutherschule in Hannover verfügt über ein breites Programm an Arbeitsgemeinschaften, Projekten und Veranstaltungen. Dennoch fehlt es an freien gestaltbaren Plätzen. NORDSTADTBILD schafft eine programmatische und bauliche Öffnung zum Straßenraum, die es zudem ermöglicht Kreativvereine, Nachmittagskurse und Events 24/7 anzubieten und somit eine zeitliche und räumliche Offenheit generiert. Vielfalt, Abwechslung und Identität prägen das Quartier und sollten in den Schulalltag übertragen und vermittelt werden. Wir lernen von unserer Stadt und von deren Akteuren, denn während unseres Alltags bewegen wir uns in der Stadt. Wir eilen den E-Damm hoch und runter, werden mit verschiedenen Situationen konfrontiert, lesen Reklame und sammeln Erfahrungen all diese Synergien mit der Nachbarschaft.

Ideengeberin: Rebekka

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